Fragen und Antworten zum Kalbfleischmarkt

 

Die Kalbfleischlager werden heute (Periode 14-17) deutlich früher gefüllt als noch in den Vorperioden. Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

Seit Jahren kann in den Monaten Januar und Februar das Angebot an Schlachtkälbern, aufgrund der zurückgestellten Kälber, welche aufgrund der sehr kleinen Schlachtungen ab Mitte Dezember entstehen, nicht mehr aufgenommen werden. Dadurch entsteht in dieser Phase ein deutliches Überangebot an Kalbfleisch.  Dieser muss möglichst früh (März) mittels Einlagerung abgebaut werden, um die Folgemonaten nicht weiter zu belasten. Dank dem laufend abnehmenden Kuhbestand, fallen entsprechend weniger Tränkekälber an. Dies ist mit ein Grund für den jährlichen Rückgang vom Schweizer Kalbfleischkonsum. Das immer kleinere Angebot hat zur Folge, dass in den Sommermonaten, Angebot und Nachfrage ausgeglichen sind. Damit der Markt rund läuft ist wichtig, dass von Ostern bis August kein Rückstau an Kalbfleisch den Markt belastet.

Mittlerweile werden die höchsten Produzentenpreise für Kalbfleisch im November beobachtet (und nicht mehr im Dezember wie früher), sowie die tiefsten Preise bereits im Mai. Ist das Zufall? Oder gibt es hier Erklärungsansätze?

Es fallen auch im Herbst weniger Kälber an, was die Preise schneller steigen  lässt. Mit den Importen bringen wir dann wieder etwas Beruhigung in den Markt, was die Preise Ende Jahr etwas stabilisiert.

Die Preisspannen innerhalb einer Saison hat seit der Periode 06-09 (Differenz vom tiefsten zum höchsten Preis innerhalb einer Saison 2.6 CHF / kg SG) deutlich zugenommen (14-17: 3.6 CHF / kg SG). Wie lässt sich das erklären? Wird die Saisonalität von Kalbfleisch noch akzentuierter?

Es ist der Trend der Zeit, dass ein Überangebot oder ein Mangel am Markt zu stärkeren Preisausschlägen führt. Da die Mittel für die Marktentlastungen vom Bund in den letzten Jahren gekürzt wurden, waren die Abnehmer nicht mehr bereit Kalbfleisch zur Marktentlastung einzulagern. Sie hätten dieses nur mit Verlust an den Markt bringen können. Erschwerend kam hinzu, dass das gewürzte Importkalbfleisch und das eingelagerte Schweizer Kalbfleisch stark in Konkurrenz standen. Die Situation hat sich 2017 verbessert, als kein gewürztes Kalbfleisch mehr zu billigen Zolltarifen eingeführt werden konnte.

Die Produktionsmengen für Kalbfleisch sinken (an sich keine Überraschung, da eine starke Koppelung mit dem strukturell sich wandelnden Milchmarkt besteht). Wird die Abhängigkeit vom Milchmarkt auch in Zukunft so bleiben oder sucht man vermehrt Produktionswege, welche sich unabhängig vom Milchmarkt besser auf die Nachfragespitzen ausrichten lassen?

Der Rückgang der Kalbfleischmengen bewirkt, dass Angebot und die Nachfrage im ersten halben Jahr ins Gleichgewicht kommt. Im zweiten Halbjahr wird der Markt mit Importkontigenten, die durch Proviande zu bewilligen sind, abgedeckt.

Der Kalbfleischkonsum war in den letzten Jahren fast stetig sinkend. Lässt sich das primär durch die Konsumgewohnheiten der Bevölkerung erklären oder gibt es hier andere bzw. spezifischere Gründe für den tieferen Konsum pro Kopf?

Einerseits ist das hochpreisige Kalbfleisch für die junge Generation kaum erschwinglich und anderseits liegt das weisse günstige Pouletfleisch etwas mehr im Trend.

Warum ist Kalbfleisch eigentlich nicht im Trend (der Konsum von Rindfleisch steigt, obwohl tendenziell teurer ist. Bei Kalbfleisch wird das aber nicht beobachtet, obwohl Kalbfleisch eigentlich hervorragend schmeckt).

Viele Immigranten sind Moslems, was zu einer höheren Nachfrage nach Rindfleisch führt. Das Kalbfleisch in unserer Qualität kenne sie jedoch kaum. Zusätzlich ist der Trend zu Take Away und  Konvenienzprodukten aus Rindfleisch (z.B. Hamburger) gestiegen.

 

 

 

 

 

 

 

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News

Jann Gehri neu im Vorstand

 Portrait JG

Liebe Mitglieder des SKMV

Die Versammlung der Delegierten vom 7. April 22 in Schönengrund hat mich in den Vorstand der Schweizer Kälbermäster gewählt und mir damit ihr Vertrauen geschenkt.

Seit gut einem Jahr trage ich bei Translait die Verantwortung für die Geschäfte von Univo.

Als Agronom ist mir die Branche nicht fremd. Dennoch erlebe ich tagtäglich überraschende Vielfältigkeit.

In diesem Sinn werden ich mich im Verband für die Interessen der gesamten Branche einsetzen, sitzen wir in vielen Themen doch alle im selben Boot.

Nach meiner Ausbildung verbrachte ich den grössten Teil meiner beruflichen Tätigkeit in der Lebensmittelindustrie. Auch fleischverarbeitende Betriebe habe ich währende dieser Zeit führen oder begleiten dürfen. Die letzten zehn Jahre unterstützte ich mehrheitlich Firmen als temporäre Aushilfe, in Übergangsphasen oder schwierigen Situationen.

Die Kälbermast fühlt sich für mich etwas an wie zurück zu den Wurzeln des Agronomen.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und schaue trotz der vielen Herausforderungen zuversichtlich in die Zukunft.

Herzliche Grüsse

Jann Gehri

Delegiertenversammlung 2022

Die Delegiertenversammlung 2022 findet am 7. April in Schönengrund statt.

Medienmitteilung SKMV und Lidl Schweiz

Lidl Schweiz setzt sich mit dem SKMV für Schweizer Kalbfleisch ein

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Pilotprojekt KGD-Tränker

Der KGD lanciert ein neues Projekt für gesündere Tränker. Mehr Informationen könnt ihr im Infoblatt finden.

Infoblatt

Produzenten wurden zum Bündner Puurachalb angeschrieben

Zusammen mit IP SUISSE und weiteren Partnern hat der SKMV das Bündner Puurachalb lanciert. Den Bündner Kälbermästern wurden die Informationen zugestellt. Die Dokumente finden Sie unter: https://www.kaelbermaester.ch/de/für-produzenten/bündner-puurachalb.html